Tourismusdialog
Wandel ist längst da.
Wandel beginnt bei uns – und manchmal hilft ein Blick ins Narrenkastl
Mit dem NextGen-Netzwerk wurde bereits im vergangenen Jahr ein wichtiger Impuls gesetzt: Junge Menschen aus der Region bringen ihre Sichtweisen ein, hinterfragen Bestehendes und wollen die Entwicklung aktiv mitgestalten. Der Tourismusdialog 2026 knüpfte daran an und stellte eine Frage, die uns alle betrifft: Wie gehen wir mit Veränderungen um, die längst da sind?
KEYNOTE
Unser Gehirn mag es gerne vertraut
Dr. Bernd Hufnagl
Sein Ansatz: Unser Gehirn liebt Vertrautes und versucht, Energie zu sparen. Gerade wenn vieles unsicher erscheint, halten wir gerne an dem fest, was wir kennen. Risiken nehmen wir oft stärker wahr als mögliche Chancen. Das ist menschlich – kann uns aber auch daran hindern, neue Wege zu sehen.
Veränderung braucht deshalb einen guten Grund, Gelassenheit und Mut. Wir müssen nicht alles sofort gut finden und auch nicht jede Entwicklung unkritisch mitmachen. Aber wir können lernen, innezuhalten, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen und andere Möglichkeiten zuzulassen.
Ein Gedanke, der weit über den Tourismus hinausgeht. Denn ob im eigenen Betrieb, im Team oder im persönlichen Alltag: Manchmal beginnt Veränderung damit, die Dinge einmal anders zu betrachten.
Erfahrungen, Herausforderungen und neue Perspektiven
PANEL TALK
Dr. Christina Rami-Mark
Geschäftsführung MARK Metallwarenfabrik
Als Geschäftsführerin in vierter Generation führt Christina Rami-Mark ein international tätiges Familienunternehmen mit rund 600 Mitarbeitenden. Digitalisierung, neue Märkte und wirtschaftliche Veränderungen verlangen laufend Entscheidungen und neue Ideen.
Dabei betonte sie die Bedeutung der Mitarbeitenden. Führung bedeutet nicht, auf jede Frage selbst eine Antwort haben zu müssen. Entscheidend ist vielmehr, ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen ihre Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Lösungen entwickeln können.
PANEL TALK
Monika & Hannes Müller
Genießerhotel Die Forelle
Im Genießerhotel Die Forelle am Weißensee verbinden Monika und Hannes Müller regionale Verwurzelung mit einem klaren Qualitätsanspruch. Kurze Wertschöpfungskreisläufe, hochwertige Produkte und persönliche Gastfreundschaft prägen ihren Betrieb.
Hannes Müller wurde 2025 als „Koch des Jahres“ ausgezeichnet, Monika Müller erhielt den Michelin Service Award. Ihr Zugang zeigt, dass Weiterentwicklung nicht bedeutet, Bewährtes über Bord zu werfen. Es geht vielmehr darum, die eigenen Werte zu kennen und gleichzeitig offen für neue Ideen und zeitgemäße Formen der Gastfreundschaft zu bleiben.
Stefan Gyger
Hotel Schütterhof / Next Generation Netzwerk
Stefan Gyger brachte die Perspektive der nächsten Generation in die Diskussion ein. Als Hotelier und Vertreter der Next Generation in der Region plädiert er dafür, den Mut und Pioniergeist vergangener Generationen wieder vermehrt aufleben zu lassen. Nur so könne der Wandel vorangetrieben werden.
Was das alles mit unserer Region zu tun hat
Tourismus muss auf Veränderungen aktiv reagieren
Schladming-Dachstein steht heute in vielen Bereichen gut da. Das ist eine gute Ausgangslage – aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Märkte verändern sich, digitale Möglichkeiten entwickeln sich weiter und auch die Erwartungen von Gästen, Mitarbeitenden und der Bevölkerung bleiben nicht stehen.
Für uns als Tourismusregion geht es deshalb um mehr als wirtschaftlichen Erfolg. Tourismus ist ein wichtiger Teil unseres gemeinsamen Lebensraums. Wie wir ihn gestalten, wirkt sich auf unsere Betriebe, Arbeitsplätze, Gemeinden und die Lebensqualität vor Ort aus. Die Entwicklung unserer Region aktiv mitzugestalten, bleibt daher eine gemeinsame Aufgabe.
Der Tourismusdialog bot Impulse, persönliche Einblicke und Raum für Austausch – und machte deutlich: Die Zukunft entsteht nicht irgendwann. Sie entsteht bereits heute durch die Entscheidungen, die wir treffen. Umso wichtiger ist es, Veränderungen aufmerksam zu begegnen, zwischendurch innezuhalten und auch einmal den Blickwinkel zu wechseln.